Saarbrücken, 07.05.2018

Schwerbehinderte in Deutschland

 

Offener Brief

Es geht uns alle an: Wachsam sein für Menschlichkeit Wir sind entsetzt über die Anfrage der AfD im Deutschen Bundestag zur Schwerbehinderung in Deutschland. Die Fraktion der AfD erkundigt sich vordergründig nach der Zahl behinderter Menschen in Deutschland, suggeriert dabei jedoch in bösartiger Weise einen abwegigen Zusammenhang von Inzucht, behinderten Kindern und Migrantinnen und Migranten.

Es vermittelt sich darüber hinaus die Grundhaltung, Behinderung sei ein zu vermeidendes Übel.

Die Anfrage der AfD-Fraktion erinnert damit an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte, in denen Menschen mit Behinderung das Lebensrecht aberkannt wurde und sie zu Hunderttausenden Opfer des Nationalsozialismus wurden.

Wir rufen die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen. Wir sagen „Nein“ zu jeder Abwertung von Menschen mit Behinderung und zu jeglicher Form des Rassismus. Ideologien der Ungleichwertigkeit menschlichen Lebens haben keinen Platz in diesem Land.

 

Unterzeichnende Organisationen

Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland BAG Selbsthilfe Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen Bundesvereinigung Lebenshilfe Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband Deutsche AIDS-Hilfe Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland Paritätischer Gesamtverband Sozialverband Deutschland SoVD Sozialverband VdK Deutschland Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

 

Gemeinsam können wir etwas erreichen! Stoppen wir dieses Gedankengut, bevor es beginnt.

 

Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen!

 

Ulla Schmidt, MdB und Bundesministerin a.D.

Bundesvorsitzende


 
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